Textest du noch oder datest du schon?

Dating-Apps führen oft in die Text-Falle. Viele Singles verbringen Stunden über Stunden damit, sich mit anderen App-Nutzern endlose Nachrichten hin und her zu schicken, ohne dass es zu einem persönlichen Treffen kommt.

Nicht selten verdrängt der Frust über das ergebnislose Chatten die Lust am Online-Dating. Manch einer erlebt ein regelrechtes Dating-App-Burnout.

Doch das muss nicht sein! Denn zum Texten gehören immer zwei. Und du hast es in der Hand, ob du dich auf einen Text-Marathon einlässt oder nicht.

Was Textnachrichten nicht können

Bevor wir uns der Frage zuwenden, wie du verhindern kannst, in die Text-Falle zu geraten, werfen wir einen Blick auf die Gründe, warum Textnachrichten als zentrales Kommunikationsmittel in der Kennenlernphase ungeeignet sind.

Erstens ist es gerade beim Kennenlernen über Dating-Apps wichtig sicherzustellen, dass dein Gegenüber tatsächlich der ist, für den er sich ausgibt. Im Internet kann jeder vorgeben alles zu sein. Und gerade auf Dating-Apps finden sich auch einige Catfish, also Nutzer, die sich mit gestohlenen Fotos und falschen Angaben als jemand anderes ausgeben (woran du einen Catfish erkennst, erfährst du hier).

Für Catfish ist die beste Möglichkeit, ihre Identität zu verbergen, die Kommunikation auf Textnachrichten zu beschränken. Erst ein persönliches Treffen oder zumindest ein Video-Anruf zeigen dir, mit wem du es wirklich zu tun hast.

Zweitens ist ein Großteil der menschlichen Kommunikation nonverbal. Wie wichtig Tonfall, Mimik und Gestik sind, lässt sich an einem einfachen Beispiel veranschaulichen.

Der Satz „Das ist eine super Idee“ kann eine völlig unterschiedliche Bedeutung haben, je nachdem, wie er gesagt wird. Ein Lächeln und ein begeisterter Tonfall signalisieren, dass der Sprecher die Aussage ehrlich meint und die Idee wirklich gut findet. Ein spöttischer Ton begleitet von einem Augenrollen deutet dagegen auf das Gegenteil hin: Hier ist der Satz sarkastisch gemeint und die Botschaft dahinter lautet: „Diese Idee ist idiotisch.“ Die Worte sind exakt dieselben, während die wahre Bedeutung der Aussage erst durch die nonverbalen Signale übermittelt wird.

Da Textnachrichten weder Tonfall noch Körpersprache enthalten und Emojis echte Mimik nicht ersetzen können, fehlt hier ein wichtiger Teil der Kommunikation. Vielleicht hast du auch schon mal jemanden über eine Dating-App kennengelernt und fandest ihn im Chat charmant und witzig. Doch bei eurem ersten persönlichen Treffen, wusstest du sofort: „Oh nein, der ist gar nicht mein Typ!“

Ein solches Erlebnis ist umso enttäuschender, je länger du vorher mit dem Mann geschrieben hast. Genau deshalb ist es wichtig, sich möglichst bald persönlich zu treffen und nicht mehrere Wochen in eine intensive Text-Beziehung zu investieren.

Du hast es in der Hand

Mache dir bewusst, dass du entscheidenden Einfluss auf den Verlauf der Kommunikation hast. Ein langer Text-Austausch über Stunden und Wochen ist nur möglich, wenn du mitmachst.

Also texte nicht so viel! Wenn du einen Mann noch nie getroffen hast, schreib nicht über den Tag verteilt immer wieder mit ihm hin und her. Damit räumst du ihm einen zu hohen Stellenwert ein an einem Punkt, an dem er sich diese Bedeutung in deinem Leben noch längst nicht verdient hat.

Auch stundenlanges Chatten am Stück ist kontraproduktiv. Erstens zeigst du ihm damit, dass du nichts Besseres zu tun hast. Zweitens signalisierst du ihm so, dass dir ein paar Textnachrichten reichen und du nicht mehr Engagement von ihm erwartest.

Besser ist es daher, den Textaustausch zeitlich zu begrenzen. Wenn du eine Dating-App nutzt, ist meine Empfehlung, dir abends eine halbe Stunde Zeit zu nehmen, um Nachrichten zu beantworten. In diesem Zeitfenster kannst auch auf einen kurzen Chat eingehen, aber dann hast du etwas anderes zu tun und verabschiedest dich. Schreib einfach: „Oh, schon so spät, gleich kommt eine Freundin zu Besuch/fängt mein Webinar an/gehe ich zum Sport. Muss mich beeilen… War schön, mit dir zu quatschen. :)“

So zeigst du dem Mann, dass du an der Kommunikation mit ihm interessiert bist und ihn sympathisch findest. Gleichzeitig machst du deutlich, dass du ein aktives Leben führst und keine Zeit für ewiges Chatten hast. Auf diese Weise merkt er, dass Textnachrichten nicht ausreichen, um deine Aufmerksamkeit zu gewinnen.

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Vom Texten zum Treffen

Ein Mann, der dich interessant findet, wird in den meisten Fällen von sich aus bald ein Treffen vorschlagen, wenn du für langes Texten nicht zur Verfügung stehst. Ein guter Zeitpunkt ist, wenn ihr schon ein paar Tage geschrieben habt und er gezeigt hat, dass er nicht nur einen oberflächlichen Kontakt sucht, sondern an dir als Person interessiert ist und mehr über dich erfahren möchte.

Wenn er dich nicht nach einem Date fragt und du denkst, er ist vielleicht unsicher, ob du ihn sehen willst, kannst du mit einem Hinweis nachhelfen. Zum Beispiel kannst du auf eine Frage, die eine längere Antwort erfordert, schreiben: „Puh, das zu erzählen, würde per Textnachricht zu lange dauern. ;)“ Der Zwinker-Smiley zeigt ihm, dass die Antwort spielerisch gemeint ist. Im Idealfall versteht er jetzt, dass er dich nach einem Date fragen kann.

Willst du noch deutlicher werden, kannst du auch schreiben: „Das erzähle ich dir gerne mal in Ruhe bei einem Kaffee.“ Diese Antwort lässt keinen Zweifel mehr, dass du ihn gerne treffen würdest. Wenn er jetzt nicht die Gelegenheit ergreift, ein Date vorzuschlagen, schenkst du deine Aufmerksamkeit besser anderen Kandidaten, die es nicht erwarten können, dich persönlich kennenzulernen.

Wenn er dich mag, will er dich sehen

Viele Frauen vergessen beim Online-Dating eine einfache Wahrheit: Ein Mann, der an einer Frau interessiert ist, will sie treffen – je schneller, desto besser. Macht er keine Anstalten, sich mit dir zu verabreden, hat einfach nicht genug Interesse. Und das ist ok. Sei froh, dass er sich durch sein geringes Engagement frühzeitig disqualifiziert und den Weg für jemanden frei macht, der dir die Aufmerksamkeit schenkt, die du verdienst!

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