Wie viel Zeit solltest du ins Dating investieren?

Die Frage, „Wie viel Zeit sollte ich ins Dating investieren?“, höre ich oft. Meine Gegenfrage lautet: „Wie viel Zeit würdest du in die Jobsuche investieren, wenn du keinen Job hättest?“ Wahrscheinlich würdest du, wenn du wirklich einen Job finden willst, täglich neue Stellenanzeigen auf mehreren Jobportalen durchlesen. Und du würdest regelmäßig Bewerbungen verschicken und zu Vorstellungsgesprächen gehen. Kurz: Du wärst aktiv!

Dasselbe Prinzip gilt auch beim Dating: Wenn es dir ernst damit ist, einen Lebenspartner zu finden, lehnst du dich nicht zurück und wartest, ob dir dein Traummann zufällig im Supermarkt begegnet oder an deiner Tür klingelt. Stattdessen nutzt du mehrere Dating-Apps und nimmst regelmäßig an Veranstaltungen und Aktivitäten teil, bei denen du neue Leute – und damit auch potentielle Partner – triffst.

Investiere täglich 20 bis 30 Minuten in Dating-Apps, um Nachrichten zu beantworten und über neue Kandidaten auf dem Laufenden zu bleiben. Von stundenlangem Hin- und Herschreiben rate ich ab, denn die App dient der Kontaktaufnahme, nicht dem Beziehungsaufbau. Wenn dir jemand sympathisch ist und ihr ein paar Tage lang Nachrichten ausgetauscht habt, sollte der nächste Schritt folgen: ein persönliches Treffen. Denn erst, wenn du einen Menschen live erlebst, kannst du dir ein realistisches Bild von seiner Persönlichkeit machen und merkst, wie gut ihr euch wirklich versteht.

Um dich nicht ausschließlich auf Apps zu verlassen, plane mindestens einmal die Woche eine Aktivität ein, bei der die Chance auf neue Kontakte besteht. Ideen findest du in meinem Artikel „Wo kann ich Männer offline kennenlernen?“. Aktuell ist ein guter Moment dafür, da kaum coronabedingte Beschränkungen gelten, was sich im Herbst wieder ändern kann.

Wenn du dein Dating-Leben so aktiv gestaltest, hast du jeden Tag die Chance, deinem zukünftigen Mann zu begegnen – vielleicht schon heute!

Wünscht du dir Unterstützung dabei, eine klare Beziehungsvision zu entwickeln? Möchtest du lernen, wie du erkennst, wer wirklich zu dir passt? Dann vereinbare gern ein kostenloses Erstgespräch mit mir.

Was manche Männer in ihrem Dating-Profil verheimlichen

Dating-Apps erlauben jedem, alles zu sein – zumindest zum Schein. Einige Nutzer erstellen komplett gefälschte Profile mit gestohlenen Fotos und erfundenen Angaben. Woran du solch ein Fake-Profil erkennst, einen sogenannten Catfish, erfährst du hier. Daneben gibt es aber auch Online-Dater, die zwar nicht aktiv lügen, dafür aber wichtige Informationen verschweigen – in der Hoffnung, so mehr Matches zu bekommen.

Es kann sehr ärgerlich sein, beim ersten Date mit unterschlagenen Fakten überrascht zu werden. Das gilt besonders, wenn diese Punkte für dich Dealbreaker sind. Gerade beim Dating geht es darum, achtsam mit der eigenen Zeit und der der anderen umzugehen. Es ist schon zeitintensiv genug, Männer zu finden, die tatsächlich zu deiner Beziehungsvision passen. Da willst du nicht Stunden oder gar Tage mit Kandidaten verschwenden, die von vornherein nicht in Frage kommen. Sonst kann es passieren, dass du die nächsten zehn Jahre einen Mr. Wrong nach dem anderen datest.

Daher empfehle ich dir, beim Kennenlernen über eine Dating-App besonders aufmerksam zu sein. Hier sind fünf der häufigsten Fakten, die Männer in ihrem Profil verschweigen. Auch wenn nicht all diese Punkte Dealbreaker sein müssen, so können sie zumindest für eine Überraschung beim ersten Treffen sorgen.

5 Fakten, die (einige) Männer im Dating-Profil verschweigen

1. Er hat Kinder

Erstaunlicherweise halten manche Männer es für eine gute Idee zu verheimlichen, dass sie Kinder haben. Kürzlich erzählte mir ein Mann, dass er dieses Detail meist erst enthüllt, wenn er sich mit einer Frau trifft. Auf die Frage hin, warum er diese Strategie verfolge, meinte er: „In meinem Alter (40) ist es selten eine negative Überraschung, wenn ich beim ersten Treffen sage, dass ich ein Kind habe.“ Auf meine Anmerkung, dass ich dennoch empfehlen würde, es direkt ins Profil zu schreiben, entgegnete er: „Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Dass man vielleicht einen Abend verliert?“ Ganz genau, dachte ich mir.

Und ein vorhandenes Kind kann für einige Singles – warum auch immer – ein Ausschlusskriterium sein. Denn dabei geht es nicht um ein kleines Detail wie etwa eine Hauskatze, sondern um eine lebenslange Aufgabe, die sich somit auch auf eine mögliche Partnerschaft auswirkt. Deshalb frag am besten irgendwann im zweiten oder dritten Textaustausch, ob der Mann, mit dem du gerade schreibst, Kinder hat, wenn in seinem Profil nichts dazu steht. Du könntest überrascht werden.

2. Er ist noch verheiratet

Auch diesen Fall gibt es: Ein Mann, der sich von seiner Ehefrau zwar getrennt hat, aber noch verheiratet ist. Bestenfalls ist er oder sie aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Schlimmstenfalls wohnen sie noch zusammen, wobei sich dann die Frage stellt, ob seine Frau überhaupt von der „Trennung“ weiß.

So oder so sollte ein Mann es dir offen und ehrlich sagen, wenn er noch nicht geschieden ist. Und zwar bevor ihr euch trefft. Wartet er damit bis zum ersten Date oder verheimlicht es dir sogar noch länger, ist das ein absoluter Dealbreaker, wenn du einen ehrlichen Partner suchst.

3. Er hat keinen Job

Keinen Job zu haben, ist keine Schande. Die meisten Menschen erleben Phasen der Arbeitssuche. Es ist jedoch ein Problem, wenn ein Mann bewusst verschweigt, dass er zurzeit keine Arbeit hat. Vielleicht gibt er dir eine vage Antwort auf die Frage nach seinem Beruf, wie etwa: „Ich bin Marketingexperte“. Dabei „vergisst“ er zu erwähnen, dass das zwar sein Berufsfeld ist, er aber momentan eine neue Stelle sucht.

Wenn ein Mann so den Eindruck erwecken will, er hätte eine feste Arbeit, disqualifiziert er sich durch seine Unehrlichkeit. Auch wenn er dir beim ersten oder zweiten Date die Wahrheit sagt, möchtest du wirklich einen Mann, der dir Dinge verheimlichen muss, um dich zu erobern? Wahrscheinlich nicht.

4. Er hat keine Haare

Diesen Punkt finde ich immer wieder überraschend: Es gibt viele Männer, die auf allen Fotos in ihrem Dating-Profil eine Kopfbedeckung tragen. Mal ist es eine Baseballkappe, dann wieder eine Strickmütze oder vielleicht ein Fahrradhelm. Auf jeden Fall wird das Haupthaar stets versteckt. Und das nicht ohne Grund: Vermutlich haben 99 % der Männer, die sich nur mit Mütze ablichten lassen, darunter eine (Halb-)Glatze. Und offensichtlich stehen sie nicht dazu.

Leider glauben viele Männer, dass sie ohne Haare schlechte Karten bei Frauen haben. Dabei gibt es viele Stars mit Glatze, die als Frauenschwarm gelten, wie Bruce Willis, Vin Diesel oder Dwayne Johnson.

Vor allem stellt sich die Frage, was sich die Mützenmänner davon versprechen, ihre Glatze im Dating-Profil zu verbergen. Irgendwann müssen sie die Kopfbedeckung schließlich abnehmen. Und wenn die Frau wirklich nicht auf haarlos steht, wird sie enttäuscht und vielleicht auch wütend sein, dass sie mit dem Mützentrick auf ein Date gelockt wurde.

Ich empfehle, bei Männern, die sich nur mit Kopfbedeckung präsentieren, davon auszugehen, dass es darunter eher kahl zugeht. Klar ist: Ein selbstbewusster Mann mit Glatze steht dazu und zeigt sich in seinem Dating-Profil ohne Hut.

5. Er versteckt seine Zähne

Ein anderer Körperteil, der oft versteckt wird, sind die Zähne. Wenn jemand auf keinem Foto richtig lächelt, kann es sein, dass er mit seinen Zähnen ein Problem hat. Je nachdem, wie wichtig dir Zähne sind, musst du selbst entscheiden, ob du hier schon weiterwischst oder den Mann vielleicht freundlich um ein Foto bittest, auf dem er „richtig lacht“. (Von der Frage, „Kann ich mal deine Zähne sehen?“, rate ich ab.) Vielleicht erlebst du ja sogar eine positive Überraschung.

Fazit

Um möglichen Enttäuschungen vorzubeugen, ist die beste Strategie, offen nach den Themen zu fragen, die dir wichtig sind. Den Mützenmann oder den Lächelverweigerer könntest du vor einem persönlichen Treffen auch zu einem Videoanruf einladen. Und wenn er auch dazu mit Kopfbedeckung erscheint, frag ganz direkt: „Trägst du immer eine Mütze im Haus?“ Bestenfalls versteht er den Wink und nimmt sie ab. Wenn nicht, liegt es an dir zu entscheiden, ob ein Dauermützenträger für dich als potentieller Partner in Frage kommt.

In jedem Fall gilt, sei beim Online-Dating aufmerksam, aber nicht misstrauisch. Viele Männer, die etwas in ihrem Profil nicht preisgeben, geben dir auf eine direkte Frage eine ehrliche Antwort. Hab also keine Angst zu fragen – schließlich geht es um deine Zeit, und die will gut investiert sein.

Mit meinem Coaching-Programm helfe ich dir dabei, eine klare Beziehungsvision zu entwickeln und dein Dating-Verhalten mit deinen Zielen in Einklang zu bringen. Indem du lernst zu erkennen, wer deine Zeit und Energie verdient, bist du auf dem besten Weg in deine Wunschbeziehung!

Du wurdest geghostet? Super!

Die Geister, die ich nicht rief

Der aus dem Englischen übernommene Begriff „ghosten“ meint den unangekündigten einseitigen Kontaktabbruch, insbesondere in einer Dating-Situation. Derjenige, der sich plötzlich nicht mehr meldet und auf Nachrichten nicht reagiert, wird dadurch für sein Gegenüber zum „Geist“. Dieses Verhalten ist mittlerweile so verbreitet, dass das Wort „ghosting“ in mehrere englischsprachige Wörterbücher aufgenommen wurde. Der Duden wird wahrscheinlich bald nachziehen.

Vielleicht hast du das auch schon erlebt: Du hast einen Mann kennengelernt, den du sympathisch und interessant findest. Ihr schreibt euch eine Weile, vielleicht habt ihr euch auch getroffen. Doch plötzlich hörst du nichts mehr von ihm. Auf Textnachrichten bekommst du keine Antwort. Und er geht auch nicht ans Telefon. Vielleicht hat er deine Nummer sogar blockiert.

Du verstehst die Welt nicht mehr! Es lief doch so gut zwischen euch! Hat er nicht gerade noch von eurem nächsten Treffen gesprochen? Was ist bloß passiert? Hast du etwas gesagt oder getan, das ihn verärgert hat?

Die meisten Menschen, die geghostet werden, stellen sich diese und viele weitere Fragen – ohne jemals Antworten zu erhalten. Oft reagieren sie mit Selbstzweifeln auf den Kontaktabbruch und suchen die „Schuld“ dafür bei sich. Ich möchte dir eine andere Perspektive auf Ghosting-Erfahrungen vorschlagen: Dankbarkeit.

Geghostet? Sei dankbar!

Warum kannst du dankbar sein, dass du geghostet wurdest? Ganz einfach: Ein Mann, der plötzlich den Kontakt zu dir abbricht, ist definitiv nicht der Richtige für dich! Und er war es auch nie. Dieser Mann hat dir durch sein Verschwinden gezeigt, dass er nicht bereit ist für eine bewusste Beziehung, nicht reif genug für offene und ehrliche Kommunikation und nicht empathisch genug, um achtsam mit den Gefühlen anderer umzugehen.

Mit einem Mann, der sich so verhält, hättest du keine dauerhafte glückliche Beziehung geführt. Deshalb kannst du dankbar sein, dass du nicht noch mehr Zeit, Energie und Gefühle in ihn investiert hast. Jetzt bist du frei für einen Mann, der echtes Interesse an dir hat, dich mit Respekt behandelt und dich zu schätzen weiß.

Gib dir ein paar Tage, um das Ghosting zu verarbeiten. Lösche alle alten Nachrichten von dem „Geist“, und entferne seine Nummer oder sein Dating-Profil aus deiner Kontaktliste. Und dann stürz dich mit neuem Elan ins Dating-Leben!

Denn ich kann dir versprechen, dein zukünftiger Mann wird dich niemals ghosten.

3 Dating-Lektionen aus Indian Matchmaking

Indian Matchmaking ist eine Netflix-Reality-Serie über eine indische Heiratsvermittlerin und ihre Klienten. Sie zeigt die Suche junger Männer und Frauen in Indien und den USA nach dem Menschen, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen möchten. Sie alle sind Mitte zwanzig bis Mitte dreißig, stehen beruflich fest im Leben, haben Freunde und Hobbys, reisen gern und gehen aus. Doch weder über den Freundeskreis noch über Freizeitaktivitäten oder Dating-Apps haben sie bisher den passenden Partner gefunden. Damit fängt die Serie ein, was viele moderne Singles erleben – Dating-Hoffnungen, Dating-Frust und die Frage: Wann finde ich endlich Mr. oder Mrs. Right?*

Die meisten Treffen der Frauen und Männer, die die Heiratsvermittlerin einander vorstellt, laufen ab wie klassische Dates: Sie verabreden sich in einer Bar oder einem Restaurant, wo sie über ihre Arbeit, ihre Interessen und den Wunsch nach einer Beziehung sprechen. Dabei versuchen sie herauszufinden, ob die Chemie zwischen ihnen stimmt.

Als Date Coach finde ich diese Szenen besonders faszinierend, denn hier lässt sich genau beobachten, was ein Date erfolgreich macht und was nicht. Indian Matchmaking bietet den Zuschauern auf diese Weise hilfreiche Dating-Lektionen für das eigene Leben. Die drei wichtigsten Lektionen, insbesondere für Single-Frauen, fasse ich hier zusammen.

Dating-Lektionen aus Indian Matchmaking

1. Die Einstellung macht den Unterschied

Die grundsätzliche Einstellung zum Dating-Prozess ist entscheidend dafür, wie ein Treffen verläuft. Die Indian-Matchmaking-Kandidatin Aparna, eine 34-jährige Anwältin aus Texas, demonstriert eindrucksvoll, wie es nicht geht. Ihre skeptische Grundhaltung zeigt sich in ihrem meist mürrischen Gesichtsausdruck und ihrem desinteressierten, abschätzigen Tonfall. Dass sie stolz in die Kamera sagt, ein gutes Date sei für sie, wenn sie den Mann „nicht hasst“, unterstreicht ihren Pessimismus. Auch während der Treffen fokussiert sich Aparna meist auf Negatives. So erzählt sie ihren Dates ausführlich, was sie alles nicht ausstehen kann, vom Sandstrand über Entspannungsurlaub und mittelmäßigen Weißwein bis hin zu ihrem eigenen Beruf. Dass kaum ein Kandidat sie ein zweites Mal treffen will, überrascht daher nicht.

Mit einer ganz anderen Haltung begegnet die Eventplanerin Nadia aus New Jersey ihren Dates. Sie strahlt positive Energie aus, lacht viel und sieht das Gute in den Männern, die sie kennenlernt. Im Gespräch sucht sie vor allem nach Gemeinsamkeiten und erzählt munter aus ihrem Leben. Nadias fröhliche Art sorgt für gute Stimmung und macht es den Männern leicht, sich in ihrer Gegenwart wohl zu fühlen. Auch wenn ihr das nicht automatisch ihren Traummann beschert, steht eins fest: Die meisten Menschen gehen lieber mit jemandem aus, der offen und gut gelaunt ist, als mit jemandem, der an allem etwas auszusetzen hat.

2. Die Kunst des Zuhörens

Eine weitere wichtige Lektion aus Indian Matchmaking bezieht sich auf die Kunst des Zuhörens. Sowohl Aparna als auch Nadia könnten hier etwas Nachhilfe gebrauchen. Denn beide tendieren dazu, den Männern, die sie treffen, wenig Zeit zum Reden zu lassen. Bei einem Date geht es jedoch nicht darum, den höchsten Redeanteil zu haben und sich bestmöglich zu „verkaufen“, sondern darum, eine Verbindung aufzubauen und einen Einblick in die Persönlichkeit des anderen zu gewinnen. Und der Schlüssel dazu sind echtes Interesse und aufmerksames Zuhören.

Wenn dir dein Gesprächspartner etwas erzählt, ist das kein Stichwort, um deine eigene Geschichte loszuwerden. Stattdessen ist es eine Gelegenheit, mehr über dein Gegenüber zu erfahren. Anstatt also auf den Reisebericht deines Dates mit „Ich war auch schon oft in Italien und mag vor allem…“ zu reagieren, zeig Interesse an seiner Erfahrung. Stelle Nachfragen wie: „Was hat dir an der Stadt am besten gefallen?“ oder „Welchen Eindruck hattest von den Menschen dort?“ Und dann höre zu. So fühlt dein Date sich wertgeschätzt und verstanden. Ein weiterer Bonus ist, dass du so mehr über den Kandidaten erfährst, als wenn du selbst die ganze Zeit redest.

3. Der Kriterienkatalog

Bei Indian Matchmaking können wir auch beobachten, dass einige Singles – und ihre Eltern – zu spezifische Auswahlkriterien bei der Partnersuche ansetzen. In Bezug auf die Werte und den Charakter des zukünftigen Partners ist es wichtig, gewisse Standards zu haben. Wenn einem Ehrlichkeit, Respekt und Treue wichtig sind, hat es wenig Sinn, eine Beziehung mit jemandem einzugehen, der diese Werte nicht teilt. Doch viele Singles halten an Kriterien fest, die für den Beziehungserfolg irrelevant sind und ihren Kandidatenpool unnötig verkleinern.

Ein Beispiel ist die Körpergröße. Nicht nur bei Indian Matchmaking sortieren insbesondere Frauen potentielle Kandidaten aufgrund einer vermeintlich zu geringen Körpergröße aus. Doch ist es für das Glück in einer Partnerschaft wirklich entscheidend, ob der Mann über 1,80 Meter groß ist? Wohl kaum. Vor einigen Jahren machte eine US-amerikanische Studie sogar Schlagzeilen mit dem Forschungsergebnis, kleine Männer seien die besseren Partner.** Dennoch bevorzugen viele Single-Frauen nach wie vor größere Männer – und verpassen so möglicherweise die Chance auf eine glückliche Beziehung mit einem etwas kleineren Mann.

Ein anderes überbewertetes Kriterium ist der Beruf. Die Anwältin Aparna betont bei Indian Matchmaking, dass sie keinen Anwalt daten würde. Doch der dritte Mann, den sie trifft, ist ein sympathischer Anwalt, der ihr gut gefällt (oder wie Aparna es ausdrücken würde, den sie nicht hasst). Dies zeigt, dass der Beruf eben doch nicht so wichtig ist wie zwischenmenschliche Faktoren. Auch hier ist Aufgeschlossenheit besser als zu feste Vorstellungen. Schließlich spielen der Beruf und das Karrierelevel des Lebenspartners eine weit weniger zentrale Rolle als sein Engagement in der Beziehung.

Fazit

Was Indian Matchmaking wunderbar einfängt, sind die typischen Herausforderungen moderner Großstadtsingles, die sich überraschend ähneln, egal ob in Mumbai, Houston, Berlin oder New Jersey.

Und überall gilt, die besten Chancen hat, wer:

  • mit einer positiven Einstellung datet,
  • seinem Gegenüber zuhört und Interesse an ihm zeigt,
  • die eigenen Auswahlkriterien auf Grundwerte und Charaktereigenschaften beschränkt.

Wer diese Punkte beherzigt, hat nicht nur einen größeren Kandidatenpool, sondern schlichtweg bessere Dates!

* Sicher gibt es viele Aspekte von Indian Matchmaking, die aus ideologischer Sicht kritisiert werden können, etwa die Einordnung der Kandidatinnen nach bestimmten Schönheitskriterien durch die Heiratsvermittlerin, der hohe Stellenwert einer hellen Hautfarbe und der Fokus auf obere Bildungs- und Einkommensschichten. Gleichzeitig ist dies ein realistischer Blick auf die Praktik der Heiratsvermittlung. Und auch bei uns sind Aussehen und sozioökonomische Kriterien für viele Singles bei der Partnerwahl zentral. Vor allem aber geht es in diesem Artikel nicht um eine soziologische Analyse von Indian Matchmaking, sondern um die Aspekte des Dating-Lebens, die für alle modernen Singles relevant sind, egal ob in Indien, den USA oder Deutschland.

**Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse finden sich zum Beispiel in dem Artikel „Short men make better boyfriends and husbands“ (2014) von Alice Robb, veröffentlicht in New Statesman.

Welche Dating-Plattform ist am besten?

Eine Frage, die viele Singles stellen, ist: Welche Dating-Plattform ist am besten? Tinder, Bumble, OKCupid, Lovescout24, Parship und wie sie alle heißen versprechen, dich mit tollen Singles aus deiner Gegend in Kontakt zu bringen. Während die traditionelleren Partnerbörsen deine Interessen und Einstellungen abfragen, um dir mit Hilfe eines Matching-Algorithmus Kandidaten vorzustellen, die zu deiner Persönlichkeit passen sollen, erfolgt die Auswahl bei Apps wie Tinder oder Bumble fast ausschließlich über Fotos. Nur der optionale Profiltext lässt eventuell etwas von der Person hinter den Bildern erkennen. Viele Nutzer verzichten jedoch vollständig auf einen Text oder beschränken sich auf ein paar Schlagworte und eine Handvoll Emojis.

Doch auch wenn es große Unterschiede zwischen den Dating-Portalen gibt, lautet meine Antwort auf die Frage, welche Plattform die beste ist: Das ist die falsche Frage! Jede Partnerbörse und Dating-App hat Vor- und Nachteile. Hinzu kommt, dass jeder Nutzer individuelle Vorlieben hat. Es gibt also nicht die eine Plattform, die für alle Singles die beste Lösung darstellt.

Stattdessen sollte die Frage lauten: Wie nutze ich Dating-Portale effektiv, um jemanden kennenzulernen, der zu meiner Beziehungsvision passt? Es stimmt, dass die meisten Tinder-Nutzer eher an unverbindlichen Kontakten interessiert sind als an einer langfristigen Partnerschaft. Aber: Auch beziehungsorientierte Singles finden sich auf Tinder. Der Vorteil der App ist, dass sie besonders viele Mitglieder hat. Selbst wenn nur 10 % von ihnen einen festen Partner suchen, sind das immer noch mehr als alle Nutzer einer Nischen-Plattform zusammen.

Als Single-Frau, die sich eine Beziehung wünscht, ist die beste Strategie, in deinem Profil genau das zu schreiben. Stehe zu dem, was du willst und kommuniziere es klar! Zudem empfehle ich ein rigoroses Auswahlverfahren: Like auf Tinder und ähnlichen Apps ausschließlich Männer, die deutlich machen, dass sie etwas Festes suchen, oder die zumindest schreiben, dass sie kein Interesse an One-Night-Stands oder „Freundschaft plus“ haben. Profile ohne Text und Männer, die sagen, sie wären für alles offen oder sie suchen etwas Unverbindliches mit Aussicht auf mehr, gehören dagegen in die Kategorie wisch und weg. Konzentriere dich auf die Kandidaten, die deinen Wunsch nach einer Partnerschaft teilen und ignoriere alle anderen. Auf diese Weise kannst du auch auf einer Plattform wie Tinder jemanden mit Beziehungspotential treffen.

Der klare Vorteil der kostenpflichtigen Partnerbörsen ist, dass der Mitgliedsbeitrag als Filter dient. Jemand, der nur etwas Unverbindliches sucht, braucht dafür nicht 50 bis 80 Euro im Monat zu zahlen, sondern kann sich auf Tinder & Co. gratis austoben. Außerdem erfährst du durch die ausführlichen Profile schon im Vorfeld viel mehr über die Kandidaten als bei den meisten Dating-Apps. Ein Nachteil ist, dass die Mindestvertragslaufzeit der Bezahlplattformen oft bei sechs Monaten liegt. Auch wenn dir das Portal nicht gefallen sollte, musst du also wenigstens ein halbes Jahr lang für die Mitgliedschaft zahlen. Andererseits hast du dadurch die Möglichkeit, eine Reihe seriöser, beziehungsorientierter Männer kennenzulernen.

Fazit: Die Kunst des Online-Datings ist, erstens genügend Kandidaten zur Auswahl zu haben und zweitens so zu sortieren, dass nur die mit ernsten Absichten in die engere Wahl kommen. Am besten meldest du dich bei zwei kostenlosen Apps und einer Bezahlplattform an, um einen möglichst großen Dating-Pool zu haben. Konzentriere dich bei Apps wie Tinder auf Männer, die explizit eine feste Beziehung suchen, und verschwende keine Zeit mit Wischiwaschi-Typen und Mal-gucken-Kandidaten.

Durch diese Mischung aus Qualität und Quantität hast du die besten Chancen, einen Mann zu finden, der wirklich zu dir passt!

Wünschst du dir persönliche Unterstützung, um in deinem Dating-Leben neu durchzustarten? Dann buche jetzt dein 1:1-Coaching.

Warum dein Dating-Profil polarisieren sollte

Dein Dating-Profil ist deine virtuelle Visitenkarte. Hier zeigst du, wer du bist und was für einen Menschen du suchst. Doch viele Singles verschenken diese Möglichkeit, Persönlichkeit zu zeigen. Stattdessen hoffen sie, mit einem allgemein gehaltenen Text – oder gar ganz ohne Text – möglichst viele Nutzer anzusprechen. Es gibt jedoch gute Gründe dafür, lieber ein polarisierendes Profil zu erstellen, als in der Masse unterzugehen.

Wer polarisiert, sortiert aus – und das ist gut!

Aus Angst, potentielle Kandidaten abzuschrecken, stellen sich viele Online-Dater anders dar, als sie sind, oder verschweigen wichtige Informationen. Einige machen sich jünger, andere machen sich schlanker, wieder andere „vergessen“ zu erwähnen, dass sie Kinder haben. Die Annahme ist, dass ihr Pool an möglichen Matches schrumpft, wenn sie diese Informationen preisgeben. Und das ist auch so.

Nur liegt hier ein Denkfehler vor: Was bringt es, wenn du 40 bist und dich als 36 ausgibst? Wenn jemand eine jüngere Zielgruppe hat, wirst du daran mit einer falschen Altersangabe nichts ändern. Und solltet ihr euch irgendwann besser kennenlernen, wird dein wahres Alter – und damit deine Lüge – sowieso herauskommen. Selbiges gilt auch für alle anderen Themen wie Kinder, Job oder Ausbildungsgrad: Wenn du dich als jemand anderes präsentierst, wirst du Menschen anziehen, die jemand anderen als dich suchen. Dabei gewinnt keiner.

Selbstbewusste Ehrlichkeit ist die beste Strategie

Die beste Strategie für erfolgreiches Dating ist selbstbewusste Ehrlichkeit: Steh zu dir und zu deinem Leben. Gerade indem du mit deinem Dating-Profil polarisierst, sortierst du automatisch die Menschen aus, die nicht zu dir passen, und ziehst die an, die sich jemanden wie dich wünschen.

Wenn zum Beispiel Religion eine wichtige Rolle in deinem Leben spielt, hab keine Angst, das in dein Profil zu schreiben. Jemand, der mit deinem Glauben ein Problem hat, ist ohnehin nicht der richtige Partner für dich. Auch vorhandene Kinder solltest du in deinem Profiltext erwähnen, denn nur so kannst du jemanden finden, der offen für mitgebrachten Nachwuchs ist.

Echte Fotos statt Filter-Effekte

Ehrlichkeit ist auch in Bezug auf deine Profilfotos wichtig. Es hat keinen Sinn, in deinem Dating-Profil Bilder zu verwenden, die mehrere Jahre alt sind. Schließlich möchtest du jemanden kennenlernen, der dich so mag, wie du jetzt bist – nicht wie du vor zehn Jahren aussahst. Meine Empfehlung lautet: Deine Profilfotos sollten höchstens sechs Monate alt sein. Falls du keine neueren Bilder hast, bitte einen Freund oder eine Freundin, ein paar Fotos von dir zu schießen.

Ein weiterer Punkt sind Foto-Filter. Besonders Männer beklagen sich oft, dass viele Frauen auf Dating-Apps stark bearbeitete Bilder verwenden. Auch hier gilt: Deine Fotos sollen dich zeigen, wie du wirklich aussiehst. Schließlich möchtest du nicht, dass dein Gegenüber enttäuscht ist, wenn ihr euch persönlich trefft. Die beste Wahl sind daher natürliche, sympathische Fotos. Ein echtes Lächeln wirkt viel anziehender als künstliche Filter.

Fazit: Durch Echtheit kommst du ans Ziel

Nur wenn du dich in deinem Dating-Profil authentisch präsentierst, kannst du jemanden finden, der dich wirklich mag, wie du bist. Indem du durch deine Echtheit die abschreckst, die nicht zu dir passen, gewinnst du wertvolle Zeit. Und diese Zeit kannst du in Menschen investieren, die dein wahres Ich zu schätzen wissen. So kommst du dem passenden Partner für dich jeden Tag einen Schritt näher.

Wie du über deinen Ex hinwegkommst: 3 Wahrheiten und 5 Tipps

Vielleicht bist du gerade frisch getrennt. Vielleicht ist deine letzte Beziehung auch schon eine Weile her, aber du denkst noch oft darüber nach, ob du etwas falsch gemacht hast, ob es doch hätte klappen können und ob du nie wieder jemanden finden wirst, der dich so begeistert wie dein Ex. Diese Gedanken kennen viele Singles. Doch sie bringen dich nicht weiter. Im Gegenteil, durch das Grübeln über die Vergangenheit und durch häufiges „Was-wäre-wenn“-Phantasieren verpasst du es, dich auf die Gegenwart zu konzentrieren und deine Zukunft aktiv zu gestalten.

In Wirklichkeit ist es doch so: Eine Trennung hat Gründe. Sie kommt nicht aus dem Nichts, sondern ist das Ergebnis der Erfahrung, dass zwei Menschen nicht als Paar harmonieren. Das kann daran liegen, dass sie sehr unterschiedliche Persönlichkeiten haben, dass ihre Werte und Ziele nicht übereinstimmen oder dass ihre Bindungsstile nicht zusammenpassen. Klar ist, glückliche Paare trennen sich nicht – wenn es also zur Trennung kommt, dann weil einer oder beide in der Beziehung unzufrieden waren.

Hinzu kommt eine weitere Wahrheit: Die meisten Menschen ändern sich nicht. Häufig basiert der Wunsch nach einer Versöhnung mit dem Ex auf der Hoffnung, dass dieser sich ändert: „Wenn er doch nur aufmerksamer wäre, wenn er doch nur mehr Zeit für mich hätte, wenn er doch nur aufhören würde, ständig mit anderen Frauen zu chatten – dann hätten wir eine glückliche Beziehung.“ Hätte, hätte, Fahrradkette, würde meine Freundin Julia sagen. Es bringt nichts, sich in Phantasien hineinzusteigern, in denen der Ex erst mal ein anderer Mensch werden muss, damit die Beziehung endlich funktioniert. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ist verschwindend gering. Genauso gut könnte dein Ex sagen: „Wenn sie doch nur nicht so viel Aufmerksamkeit bräuchte, wenn sie doch nur nicht so viel Zeit mit mir verbringen wollte und endlich akzeptieren würde, dass ich nun mal gerne mit hübschen Frauen chatte – dann könnte die Beziehung funktionieren.“ Denn, seien wir ehrlich, deine Sichtweise ist nicht „richtiger“ als die deines Ex. So wie du dir von ihm andere Verhaltensweisen gewünscht hast, hat er sich dasselbe wahrscheinlich von dir gewünscht. Und genau deshalb habt ihr euch getrennt.

Die dritte Wahrheit ist, dass die meisten Beziehungen, die nach einer Trennung einen Neustart versuchen, letztlich wieder scheitern. Dafür brauchen wir keine komplizierten Statistiken heranzuziehen. Überlege einfach mal, wie viele von deinen Freunden – vielleicht auch du selbst – nach einer Trennung einen zweiten Versuch mit einem Ex gestartet haben. Und wie viele davon sind jetzt noch zusammen? Genau! In den allermeisten Fällen funktioniert es nicht, eine gescheiterte Beziehung wieder aufzuwärmen. Die Erklärung dafür liegt in den ersten beiden Wahrheiten: Es gibt fast immer gute Gründe für eine Trennung, und die meisten Menschen ändern sich nicht.

Viel besser, als darauf zu warten, dass dein Ex sich ändert, ist es deshalb, auf jemanden zu warten, den du gar nicht ändern willst – weil ihr wirklich zusammenpasst. Wenn du deinen Blick nach vorn richtest anstatt zurück, bist du emotional frei für neuen einen Menschen, mit dem du eine harmonische und dauerhafte Beziehung führen kannst.

Wie kannst du es also schaffen, die Gedanken an deinen Ex abzulegen? Auch wenn es nicht immer einfach ist, sich innerlich von dem Ex-Partner zu verabschieden, gibt es konkrete Schritte, die dir dabei helfen, die Vergangenheit hinter dir zu lassen.

5 Tipps, um mit deinem Ex abzuschließen

1. Entsorge alle Andenken an ihn

Wenn du noch visuelle Erinnerungsstücke an deinen Ex hast, ist es Zeit, sie zu entsorgen. Die Karte, die er dir zum Geburtstag geschrieben hat und die noch an deiner Pinnwand hängt, die Souvenirs aus eurem Sommerurlaub, die Ohrringe, die er dir zu Weihnachten geschenkt hat – all diese Dinge haben nichts mehr in deinem Leben zu suchen. Wenn du ständig durch alte Andenken an deinen Ex erinnert wirst, ist es schwer loszulassen und ein neues Kapitel aufzuschlagen. Und um dich emotional von deinem Ex zu trennen, ist es wichtig, auch deine Umgebung von ihm zu reinigen.

2. Hör auf, alte Nachrichten zu lesen und Fotos anzuschauen

Was für materielle Andenken gilt, trifft auch auf virtuelle Erinnerungen zu: Wenn du immer wieder alte Nachrichten von deinem Ex liest und dir Fotos von ihm oder von euch beiden anschaust, lässt du die Vergangenheit nicht los. Deshalb ist es Zeit, diese Daten zu löschen. Wenn du unbedingt für irgendwann in der Zukunft noch ein paar Fotos aufheben willst, speichere sie auf einem USB-Stick, und gib ihn deiner besten Freundin. Aber befreie dein Handy und deinen Computer von Ex-Dateien aller Art. So reinigst du auch dein virtuelles Zuhause.

3. Lösche seine Telefonnummer

Dies ist ein besonders wichtiger Schritt – und einer der vielen schwerfällt. Die Telefonnummer deines Ex zu löschen, ist aus zwei Gründen wichtig: Erstens kommst du so nicht in Versuchung, ihn anzurufen oder ihm zu schreiben. Eine häufige Ausrede lautet: „Aber wenn ich seine Nummer lösche und er mich anruft oder textet, weiß ich nicht, dass er es ist.“ Hierfür gibt es eine einfache Lösung: Wenn jemand dich mit einer fremden Nummer anruft, brauchst du nicht ranzugehen. Die Person kann dir eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen oder dir eine Textnachricht schreiben – höchstwahrscheinlich über eine Messenger-App, so dass du das Profilfoto sehen kannst. Der zweite Grund, warum es ratsam ist, die Nummer deines Ex zu löschen, ist der, dass du dann nicht mehr im Messenger sehen kannst, wann er zuletzt online war oder ob er gerade eingeloggt ist. Wenn du immer wieder nach diesen Aktivitäts-Hinweisen guckst, beschäftigst du dich weiterhin zu sehr mit deinem Ex, anstatt dich auf dich selbst zu konzentrieren. Also: Weg mit der Nummer!

4. Trenne dich von deinem Ex auch auf Social Media

Was für die Telefonnummer deines Ex gilt, gilt erst recht für Social Media. Egal ob Facebook, Instagram oder andere Plattformen, halte dich von den Profilen deines Ex fern. Um seine Posts und Storys gar nicht erst zu sehen, deaktiviere die Benachrichtigungen zu seinen Updates, oder – noch besser – entfreunde oder blockiere ihn ganz. Wenn du immer wieder nachsiehst, was dein Ex gerade macht und mit wem, verschwendest du deine Energie in die falsche Richtung, nämlich in die Vergangenheit, zu der dein Ex jetzt gehört. Stattdessen kannst du diese wertvolle Zeit in deine eigene Gegenwart und Zukunft investieren. Telefonier lieber mit einer Freundin, mache Sport, lies ein Buch – tu, was auch immer dir Freude macht und dich auf andere Gedanken bringt. Eine solche digitale Detox-Kur wirkt wahre Wunder!

5. Stürz dich wieder ins Dating-Leben

Der beste Weg, um endgültig über deinen Ex hinwegzukommen, ist, neue Menschen und neue potentielle Partner kennenzulernen. Viele trauern ihrem Ex hinterher, weil sie sich einreden, dass es „keine guten Männer“ gibt oder dass „alle guten Männer vergeben“ sind. Beides ist Unsinn. Natürlich gibt es tolle Männer, die Single sind und genauso nach dem passenden Menschen suchen wie du. Deine Aufgabe ist jetzt, dem Mann, der zu dir passt, die Möglichkeit zu geben, dich kennenzulernen. Aktuell kommen dafür aufgrund der Corona-Beschränkungen vor allem Dating-Apps und Online-Singlebörsen in Frage. Hier schlägst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Du lenkst dich von den Gedanken an deinen Ex ab, und du siehst, dass viele nette Männer auf der Suche nach einer festen Partnerin sind. Wenn du regelmäßig neue Singles kennenlernst und sympathischen, interessierten Männern eine Chance gibst, ist es nur eine Frage der Zeit, bis du deinen Mr. Right triffst!

Interview: „Und plötzlich hatte ich kein Interesse mehr an ihr…“

Ein Freund berichtete mir kürzlich von einer Romanze, die vielversprechend begann, doch schon nach kurzer Zeit in einer Enttäuschung endete. Da seine Geschichte eine Dynamik aufzeigt, die viele aufkeimende Beziehungen scheitern lässt, bat ich ihn, sie hier erzählen zu dürfen.

Javier ist 40 Jahre alt und kommt aus Madrid. Vor acht Jahren kam er für einen IT-Job nach Berlin. Er liebt seine Arbeit, ist ehrgeizig und engagiert. Gleichzeitig führt er ein reges Sozialleben und hat durch seine offene, kommunikative Art viele Freunde und Bekannte. Doch auch wenn er sich in Berlin wohlfühlt, fehlen ihm seine Familie und Freunde in Madrid, die vertrauten Straßen, die Sonne, seine Muttersprache und die herzliche, spontane Art seiner Landsleute. Deshalb reist er so oft wie möglich zwischen den zwei Hauptstädten hin und her. So lernte er im Sommer eine Frau über eine Dating-App in seiner Heimatstadt kennen. „Es war verrückt“, sagt Javier, „aber ich bereue es nicht.“

Der Chat mit der Unbekannten verlief so gut, dass Javier sich kurz vor seinem Rückflug nach Deutschland in Madrid mit ihr traf. Nach einem langen Spaziergang setzten sie sich in eine Tapas-Bar und unterhielten sich weiter, bis die Sonne langsam unterging. Zwischen den beiden hatte es geklickt. So war es nicht verwunderlich, dass sie auch in engem Kontakt blieben, als Javier wieder zurück in Berlin war.

„Was hat dir an ihr gefallen?“, frage ich ihn. „Sie wusste, was sie wollte, privat und beruflich. Sie ist wie ich schon viel in der Welt herumgekommen, und sie ist Spanierin, so dass uns auch die Kultur verbindet. Außerdem ist sie sehr hübsch,“ antwortet Javier mit einem Lächeln. „Sie ist ein offener Mensch. Wir konnten über alles reden, haben viel gelacht, und ihre Einstellungen gefielen mir.“

Irgendwann telefonierten sie jeden Tag ein bis zwei Stunden lang miteinander. Sie tauschten sich über vergangene Erlebnisse aus, diskutierten über die neuesten Corona-Entwicklungen und sprachen über ihre Zukunftsträume. Doch nach etwa sechs Wochen waren Telefonate nicht mehr genug. „Ich wollte sie unbedingt wiedersehen“, sagt Javier. „Also beschlossen wir, dass ich zu ihr fliege, um herauszufinden, ob etwas Ernstes aus uns werden kann.“

Gesagt, getan. Kurz darauf reiste Javier nach Madrid. Seiner Familie erzählte er nicht, dass er in der Stadt war, denn er wollte sich voll und ganz auf die Frau konzentrieren, die ihn seit Wochen in ihren Bann gezogen hatte. „Der erste Tag war super“, erzählt Javier. „Sie empfing mich in ihrer Wohnung und hatte uns ein tolles Abendessen vorbereitet. Ich freute mich, auch wenn es am Anfang etwas komisch und ungewohnt war.“ Am nächsten Tag mussten beide arbeiten – aufgrund der Corona-Situation aus dem Homeoffice. „Doch ich war die ganze Zeit das Zentrum ihrer Aufmerksamkeit. Sie wollte mir alles recht machen. Das fing an, mich zu nerven.“ In den nächsten Tagen begann Javier, sich zu fragen: „Hat sie denn nichts anderes zu tun? Hat sie kein Leben?“ Er erklärt mir, wie wichtig es ihm ist zu sehen, dass sein Gegenüber selbständig ist und eigene Interessen verfolgt. „Doch sie drehte sich nur noch um mich. Das war mir zu viel. Ich will nicht das einzig Interessante im Leben des anderen sein.“ Durch diese Erkenntnis änderten sich Javiers Gefühle: „Plötzlich fand ich sie nicht mehr attraktiv. Ich fühlte mich richtig abgestoßen.“ Er merkte, dass er so nicht weitermachen konnte. Deshalb beschloss er, ihr zu sagen, dass er sich keine Beziehung vorstellen konnte. Zuerst war sie wütend, trug es dann aber mit Fassung. Am nächsten Tag flog Javier zurück nach Berlin. „Ich war natürlich enttäuscht. Aber gleichzeitig wusste ich, dass ich richtig gehandelt hatte.“

Dies ist trotz allem eine erfolgreiche Dating-Erfahrung. Warum? Zunächst einmal ist es immer schön, jemanden zu treffen, der einen begeistert und mit dem es „klick“ macht – oder zu machen scheint. Außerdem zeigt Javiers Geschichte, wie wichtig es ist, nicht zu lange in einer virtuellen Beziehung zu verbleiben, denn erst die reale Begegnung und gemeinsam verbrachte Zeit können zeigen, ob jemand wirklich zu einem passt. Hier waren beide mutig genug, ins kalte Wasser zu springen und auszuprobieren, wie gut sie sich im realen Leben verstehen. Sie haben ihrer Romanze also eine echte Chance gegeben. Dabei zeigte sich schnell, dass sie letztlich doch nicht kompatibel waren. Hier spielten wahrscheinlich unterschiedliche Bindungsstile eine Rolle, doch das ist ein Thema für einen anderen Artikel.

Fest steht: Erfolgreiches Dating besteht zu einem großen Teil aus aussortieren, denn die allermeisten Menschen, die wir kennenlernen, sind nicht der oder die Richtige für uns und werden es auch nie. Je bewusster dieser Auswahlprozess stattfindet, desto schneller finden wir den Menschen, der wirklich zu uns passt.